SFTP und FTP unter Linux mounten
Das Zauberwort heißt FUSE und ist bei Ubuntu (und anderen) bereits im Repository vorhanden. Für SFTP und FTP brauchen wir zwei Pakete:
$ sudo aptitude install sshfs curlftpfs
Die Abhängigkeiten werden hierbei natürlich mit installiert (curl, fuse-utils etc.). Es sind allerdings noch ein paar Schritte notwendig, bis der “normale” User die Funktionen nutzen kann. Zunächst muss der User der Gruppe “fuse” hinzugefügt werden:
$ sudo adduser USER fuse
Jetzt die Gruppe für “/dev/fuse” noch ändern (das ist IMHO ein Bug) und einen Mountpoint anlegen für den Nutzer:
$ sudo chgrp fuse /dev/fuse
$ sudo mkdir -p /mnt/mein_ftp
$ sudo chown USER.USER /mnt/mein_ftp
Und schon kann es losgehen. Folgender Befehl bindet einen beliebigen FTP-Zugang an oben angelegten Mountpoint:
$ curlftpfs USERNAME:
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/mnt/mein_ftp/
Danach kann man beliebig mit Editor, Konsole und anderen Programmen auf dem FTP-Server rumspielen. Zusätzlich unterstützt curlftpfs eine Verschlüsselung der Verbindung, was ein echter Vorteil gegenüber dem herkömmlichen FTP-Protokoll ist.
Für SFTP sieht der Befehl etwas anders aus. Falls SSH auf einem anderen als dem Standard-Port läuft, kann man dem sshfs-Befehl den Port per -pPORT mitteilen. Falls der Standard-Port (21) eingestellt ist, mountet folgender Befehl einen SFTP-Server:
$ sshfs
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:/ /mnt/mein_ftp/
Hierbei kann hinter dem Host der zu mountende Pfad angegeben werden (in diesem Fall root), gefolgt vom gewünschten Mountpoint. Um den gemounteten Server wieder loszuwerden gibt es “fusermount”:
$ fusermount -u /mnt/mein_ftp/
Das war das ganze Geheimnis in Kurzform. Für mehr Informationen helfen “man sshfs” und “man curlftpfs” weiter. Ich hoffe dieser Artikel hilft denjenigen, die lieber mit einem grafischen Editor statt mit Putty und Konsolen-VIM an Remote-Projekten arbeiten die auf einem FTP oder SFTP-Server liegen.
Und wieder eine Funktion, die man sich unter Windows teuer erkaufen muss, welche es unter Linux allerdings schon seit Jahren gibt – und das kostenlos. Zugegeben, eine GUI wäre schön… aber ein paar Shellskripte im Userverzeichnis für die häufig benötigten Serverzugänge tun’s auch.
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